Street Fitness Mit Stil Aus Nikolaev, Ukraine

Wir trafen Vitaluj Gumenij zum Interview in seiner Heimatstadt Nikolaev, Ukraine.
Er ist ein professioneller Street Fitness Athlet, Trainer und Unternehmer, welcher mit Dance On Bars (Tanz auf den Stangen) seinen eigenen Workout Stil entwickelt hat. Er gründete auch die Showgruppe mit dem gleichen Namen und das Street Fitness Gym Workout Style Lab.

Name:Виталий Гуменный (Vitaluj Gumennyj) (VG)
Stadt: Nikolaev, Ukraine
Sport: Street Fitness, seit 2007
Karriere: Erfinder Dance on Bars, Initiator Workout Style Crew, Gründer Workout Style Lab, Videographer
Persönliche Bestleistungen: Klimmzug mit Gewicht 22 WH mit 32 kg, Human Flag 26 Sekunden
Motto: Trainig gibt mir Kraft und Energie

Interview: Daria Smetanko (DS)

Vitaluj, Du bist in Deiner Heimatstadt Nikolaev ein bekannter Sportler und hast dort viele Teenager inspiriert das Drinken von Alkohol und Rauchen von Zigaretten aufzugeben um dafür zu trainieren. Wie ist es dazu gekommen?

2008 hat in Nikolaev niemand etwas von dieser neuen Sportart Street Fitness gewusst. Wir haben in videos Athleten aus den USA gesehen, welche Übungen an Stangen ausführten. So haben wir angefangen diese zu imitieren. Dann haben wir uns entschieden Treffen zu organisieren, um zusammen zu trainieren. So haben wir mit Workout Style angefangen. Schon bald hat das 30 Leute angezogen. Wir haben viel trainiert. Und heute trainieren wir in unserem Gym Workout Style Lab und unsere einmalige Art von Street Fitness ist in der ganzen südlichen Ukraine ziemlich populär.

Was hat Dich inspiriert um einen eigenen Calisthenics Stil zu entwickeln?

Workout Style ist ein Strassensport. Viele lieben diese Sportart genau deshalb, weil jeder seinen eigenen neuen Stil oder Übungen finden kann. Unsere Jungs liebten es mit Musik zu trainieren. So haben wir die Übungen mit Elementen aus Hip-Hop kombiniert und so ist der neue Stil entstanden. Wir haben ihn Dance on Bars (Tanz auf Stangen) genannt. Dann habe ich ein Team von acht Athleten aufgebaut und wir haben eine Show kreirt um damit auf der Welt herum zu reisen und unseren Stil an verschiedenen Orten zu zeigen.

Wer trainiert in den Workout Style Labs – vor allem Junge Leute? Oder gibt es da auch Leute mittleren Alters?

Man findet in unseren Gyms junge und auch schon etwas ältere Leute. Sicher sind viele von ihnen Kids. Sie sind richig gut darin, weil es sich ja um eine Art von Kunstturnen auf der Strasse handelt.

Was ist Dein Geheimnis um mit Street Fitness erfolgreich zu sein?

Ich glaube, dass die Ergebnisse von jedem Einzelnen abhängen. Wenn man ein Ergebnis will, dann muss man auch bereit sein für die Schmerzen um diese zu erreichen. Es hängt auch von der Ernährung ab und von der Disziplin. Nach einem oder zwei Monaten kann man schon gute Ergebnisse erwarten. Wenn jemand am Anfang drei Klimmzüge schafft, dann können es nachher zehn sein.

Wie oft und wie lange trainierst Du persönlich?

Normalerweise trainiere ich vier mal pro Woche. Es ist eine Mischung aus Kraftraum und Street Fitness. Beine und Schultern trainiere ich eher im Gym und die Zugübungen in Street Workouts.

Kannst Du uns ein paar weitere Details zu Deinem Trainingsplan geben?

Ich achte auf eine gute Balance zwischen Pausen und Training. Zweimal pro Woche versuche ich auch meine Beine zu trainieren. Das sind eine Menge Kniebeugen um die Beine in Form zu halten. Die Beine sind oft ein Schwachpunkt von Street Fitness Athleten. Die Leute denken, dass es einfacher ist komplizierte Elemente an der Reckstange ohne zu starke Beine zu machen. Ich versuche da ein eher ausgeglichene Proportionen zu behalten. So wie Hannibal for King. Er hat Millionen Views auf YouTube. Und er ist einer der muskulösen und starken Jungs auf der Strasse. Nach einigen Varianten von freien Kniebeugen mache ich ein paar Sätze tiefe Kniebeugen mit 15 Wiederholungen und Gewicht und dann Kniebeugen mit breitem Stand. Schliesslich mache ich eine Power-Runde mit allen vier Varianten und richtig viel Gewicht. Zum Schluss kommen die Waden daran und auch der Fussheber. Ich mache auch Übungen für die Schultern, hauptsächlich Handstände. Das ist eine ausgezeichnete Street Fitness Übung für die Schultern. Ich drücke mit zehn Handstandvarianten solange solange ich kann. Zwischen jeder Variante mache ich eine Minute Pause. Das kann man auch mit einigen Runden Liegestütz ergänzen – als Pyramide oder Ruderboot. Der Rest des Trainings konzentriert sich hauptsächlich auf den Rücken mit Kippen (Muscle-Up) und Klimmzügen mit verschiedenen Griffhöhen. Dieses Programm baut eine solide Basis für jeden Street Fitness  Athleten auf. Und es bringt Dich auch in eine Super Form. Ich mache solche Grundübungen deshalb zweimal pro Woche.

Du hast einen Super Body entwickelt. Hast Du dafür auch irgendwelche Pillen geschluckt? Was ist Deine Einstellung zu diesem Thema?

Ich glaube es kommt auf die einzelne Person an. Persönlich kenne ich viele Sportler, welche regelmässig ProteineI zu sich nehmen. Und wenn sich jemand auf einen Wettbewerb vorbereitet, dann will er auch bereit sein um den Preis zu gewinnen. Deshalb wird in der Welt des Sports auch Doping eingesetzt. Und Street Fitness ist da keine Ausnahme.

Hast Du jemals so etwas genommen?

Ich habe Proteine ausprobiert – einfaches Albumen und auch BCAA Aminosäuren. Aber heute verwende ich überhaupt keine Ernährungsergänzung mehr. Ich habe auch keinen Sponsor dafür. Aber ich versuche diszipliniert zu sein und eine gute Diät mit normalem Essen einzuhalten.

Was isst Du?

Am Morgen viel Kohlenhydrate mit Früchten und Kasha (Osteuropäische Form von Porridge). Salate, Quark, Fish, Nüsse, Meeresfrüchte und Linsen zum Mittagessen. Ich esse kein anderes Fleisch.

Hast Du neben Street Fitness noch einen anderen Job?

Ich habe System Adiministration studiert. Heute setze ich die Hälfte meiner Zeit für Street Fitness ein. Ich habe immer Videos von meinen Workouts gemacht und jetzt habe ich angefangen verschiedene Werbespots für andere Leute zu produzieren. Dafür baue ich meine Firma VG Production auf.

Du hast auch ein paar beliebte Workout Videos auf YouTube gepostet. Warum machst Du das jetzt nicht mehr so oft?

Ich habe im Moment nicht genügend Zeit um regelmässig neue Videos zu drehen. Vielleicht komme ich schon bald wieder darauf zurück. Ich habe jetzt immer noch zwei Instagram Kanäle, wo ich zu meinen Workouts und Reisen poste. Einer ist für VG Production und der andere mein persönlicher Kanal.

Hast Du schon einmal daran gedacht mit Street Fitness aufzuhören?

Daran habe ich noch nie gedacht. Training ist für mich physische Ausbildung für einen gesunden Lebensstil. Es gibt mir Drive, Kraft und entwickelt die innere Leidenschaft um zu gewinnen.

Hast Du auch schon einmal mit einem Trainer zusammen gearbeitet?

Ich hatte nie einen Coach. Es gibt aber verschiedene Leute, welche mir sehr viel geholfen haben. Am Meisten meine Freunde, mit denen ich trainiere. Sie haben mir sehr viel beigebracht und gute Ratschläge gegeben. Ich habe auch viel gelernt durch das Reisen. So habe ich meine Trainigsprogramme entwickelt. Sie basieren auf dem Austausch von Erfahrungen und meinen instinktiven Gefühlen. Ich kombiniere das um meine Ergebnisse zu verbessern.

Du hast jetzt zehn Jahre Erfahrung. Bietest Du anderen Leuten Dein Training als Coach an?

Ja. Ich gebe Personal Trainings in Nikolaev und auch in Dubai.

Was denkst Du über Fit Drills?

Es ist ein interessant. Ich mag die Idee, dass ein Coach seine Trainingspläne veröffentlichen kann. Das sind interessante Werkzeuge und Prozesse für Trainer um mehr Leute erreichen zu können. Mir gefällt auch die Idee, dass Fit Drills ganz verschiedene Sportarten abdeckt.

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Was empfiehlst Du Leuten, welche mit Street Fitness anfangen möchten?

Warte nicht auf den richtigen Augenblick und fange gerade jetzt an zu trainieren. Jeder Mann sollte ein richtiger Mann sein, das heisst er muss höhere Ziele erreichen. Setze Dir Ziele und erreiche sie.

Zuletzt angepasst: 11. October 2017 Andreas Schneider

2018-03-12T10:18:12+00:00

One Comment

  1. Andreas Schneider Oktober 11, 2017 at 2:41 pm

    Die vollständige Übersetzung des ganzen Interviews ist unterwegs. Danke für die Geduld!

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